Zwischenbilanz fünf Wochen nach Unterrichtsbeginn

Schulsenator: Die Rückkehr zum Präsenzunterricht in der Schule ist richtig

Schulsenator Ties Rabe hat fünf Wochen nach Schulstart eine Zwischenbilanz zum Unterricht unter Corona-Bedingungen gezogen: „Kinder und Jugendliche lernen in der Schule deutlich besser als zu Hause. Sie brauchen die Anleitung und Motivation durch Lehrkräfte, sie brauchen ihre Klassenkameraden und ihre Freunde, und sie brauchen die gut ausgestatteten Arbeitsplätze, Lernmöglichkeiten und Betreuungsangebote in den Schulen. Nach fünf Wochen zeigen die bislang geringen gesundheitlichen Risiken des Schulbetriebes, dass die Öffnung der Schulen richtig war. In allen bislang bekannten Fällen haben sich die infizierten Schülerinnen und Schüler sowie Schulbeschäftigten nicht in der Schule infiziert. Abweichend davon gibt es jetzt allerdings in der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude eine ungewöhnliche Häufung von Infektionen. Erstmals ist hier davon auszugehen, dass sich ein Teil der hier bislang entdeckten 26 infizierten Schüler und drei infizierten Schulbeschäftigten abweichend von allen anderen Schulen auch innerhalb der Schule angesteckt haben könnten. Aufgrund der hohen Anzahl von Infektionen an dieser Schule wird die Maskenpflicht an der Heinrich-Hertz-Schule für eine Woche auch auf den Unterricht ausgedehnt, bis das Infektionsgeschehen aufgeklärt werden konnte. Ich bin froh, dass die Gesundheitsämter hier wie in allen anderen Verdachtsfällen besonders konsequent und umsichtig vorgehen und aus Sicherheitsgründen in den betroffenen Klassen sehr häufig testen. Genauso umsichtig und konsequent informieren die Schulleitungen die Eltern und die Schulgemeinschaften bei Infektionen.“

 Das Gesundheitsamt testet an der Heinrich-Hertz-Schule zurzeit vorbeugend alle knapp 200 Schulbeschäftigten sowie alle Schülerinnen und Schüler der 6. und 8. Klassen, insgesamt knapp 400 Schülerinnen und Schüler in 15 Klassen. Bislang wurden 26 infizierte Schüler und drei infizierte Schulbeschäftigte entdeckt. Da noch nicht alle Tests ausgewertet wurden, sind weitere Fälle zu erwarten.

Für diese in Hamburg noch nie dagewesene Häufung von Fällen an einer Schule gibt es offensichtlich mehrere Ursachen. So haben sich gleich mehrere Schüler unabhängig voneinander zu Hause in ihren Familien infiziert und das Virus in die Schule getragen. Darunter waren wohl einige Kinder, die trotz eindeutiger Symptome nicht zu Hause geblieben sind, andere dagegen hatten trotz der Infektion keine Symptome. In der Schule selbst ist die Krankheit vermutlich aber ebenfalls auf weitere Personen übertragen worden. Der Umfang der häuslichen und der schulischen Infektionen wird zurzeit ermittelt. Auch die möglichen Ursachen der Übertragungen innerhalb der Schule werden in diesem Zusammenhang erforscht. Bislang wurden an einzelnen Hamburger Schulen zwar immer wieder infizierte Schüler oder Lehrkräfte entdeckt, anders als in der Heinrich-Hertz-Schule kam es aber dabei niemals zu Übertragungen innerhalb der Schule.

Die Dimension der Infektionen an der Heinrich-Hertz-Schule wird auch darin deutlich, dass aktuell an allen anderen Hamburger Schulen nur 27 der 256.000 Hamburger Schülerinnen und Schüler (0,01 Prozent) und einer der rund 24.000 Schulbeschäftigten (0,004 Prozent) mit Corona infiziert und in häuslicher Quarantäne sind. Zur Vorsicht befinden sich an allen anderen Schulen 14 der insgesamt rund 9.500 Schulklassen sowie 24 weitere Schulbeschäftigte in vorbeugender Quarantäne. Weitere 81 Schülerinnen und Schüler sowie acht Schulbeschäftigte waren seit Ende der Sommerferien in den vergangenen Wochen mit Corona infiziert, sind aber mittlerweile wieder gesund. Die Erkrankungen der insgesamt 280.000 Schüler und Schulbeschäftigten machen damit nur rund zehn Prozent der im gleichen Zeitraum in Hamburg gemeldeten 1.192 Fälle aus, obwohl ihr Anteil an der Bevölkerung bei rund 15,5 Prozent liegt.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich anders als in der Heinrich-Hertz-Schule alle Infizierten an den anderen Schulen ausschließlich außerhalb und nicht innerhalb der Schulen angesteckt haben. Das zeigen die bisherigen Reihentests in zahlreichen Klassen. Obwohl in diesen Klassen infizierte Schüler Seite an Seite mit ihren Mitschülern gelernt hatten, wurde bei allen Tests bislang kein einziges weiteres Kind entdeckt, das sich in der Schule infiziert hatte.

Größere Infektionen traten bisher in zwei Schulen auf, der Stadtteilschule Wilhelmsburg und der Heinrich-Hertz-Schule in Winterhude. Während die Infektionen in der Stadtteilschule Wilhelmsburg mittlerweile aufgeklärt sind und ausschließlich auf Infektionen außerhalb der Schule zurückgeführt werden konnten, dauert die Aufklärung an der Heinrich-Hertz-Schule noch an.

Schulsenator Ties Rabe: „Unsere Corona-Politik zielt in allen Lebensbereichen darauf ab, Risiken und Chancen abzuwägen und in einen vernünftigen Einklang zu bringen. Würden wir ausschließlich an den Infektionsschutz denken und keine anderen Bedürfnisse gelten lassen, dann müssten wir auch jede Feier, jede Reise, jede Sportveranstaltung, den Dom und jeden weiteren Kontakt zwischen den Menschen konsequent verbieten, denn dabei infizieren sich nachweislich viele Menschen. Mit der Schulöffnung unter besonderen Hygieneregeln geht es uns ebenfalls um eine kluge Balance zwischen einerseits dem Infektionsschutz und andererseits dem Recht von Kindern und Jugendlichen auf eine unbeschwerte Kindheit und Jugend, auf Förderung und Entfaltung ihrer Talente und Fähigkeiten, ihrem Recht auf soziale Kontakte, soziales Lernen und vor allem ihrem Recht auf gute Bildung. Im Vergleich zu den vielen anderen zulässigen öffentlichen Angeboten wie Reisen, Feiern, Sport, Einkaufen oder Restaurantbesuchen ist der Besuch einer Schule sogar sehr sicher.“

Rabe weiter: „Unsere Corona-Politik für die Schule und alle anderen Lebensbereiche richten wir auf das aktuelle Infektionsgeschehen aus. Verändert sich das Infektionsgeschehen, werden wir die jetzt geltenden Hygienemaßnahmen anpassen. Im Einklang mit einem derzeit in der Kultusministerkonferenz diskutierten Stufenplan würden wir bei steigenden Infektionszahlen Schritt für Schritt die Maskenpflicht ausdehnen: In einer ersten Stufe müssen an den beruflichen Schulen, in einer zweiten Stufen an allen weiterführenden Schulen und in einer dritten Stufe an allen Grundschulen von allen Beteiligten durchgängig Masken getragen werden. In Übereinstimmung mit der Kultusministerkonferenz geben wir keine starren Infektionszahlen für die einzelnen Stufen vor, sondern bewerten insbesondere das Infektionsgeschehen an den Schulen. Es macht wenig Sinn, einen Corona-Ausbruch in einer Werft oder einer Fleischfabrik mit einer Maskenpflicht für alle Grundschüler zu bekämpfen.“

Schulsenator Ties Rabe lobt in diesen Zusammenhang die Schulen sowie die Hamburger Gesundheitsämter: „Ich freue mich sehr darüber, wie engagiert und umsichtig Hamburgs Schulleitungen und Schulgemeinschaften den Schulbetrieb organisieren. Denn es ist wirklich nicht leicht, unter den besonderen Bedingungen von Corona und unter Einhaltung der zahlreichen Hygieneregeln gute Schule sicherzustellen und die vielen Ansprüche aller Beteiligten in Einklang zu bringen. Ich bin auch sehr beruhigt darüber, dass die Gesundheitsämter bei einem an Corona erkrankten Schüler oder Schulbeschäftigten sofort handeln und Reihentests und Quarantänen veranlassen. Auch wenn eine solche Maßnahme für die Schulgemeinschaften und die Öffentlichkeit manchmal aufregend und belastend ist, so ist es richtig, auf Nummer sicher zu gehen. Umgekehrt werden wir ein Schulsystem mit rund 9.500 Klassen nicht schließen, weil täglich drei bis vier Klassen für wenige Tage aus Sicherheit in Quarantäne geschickt werden.“

Die Sorgen in Bezug auf die Belüftung von Unterrichtsräumen haben sich nicht bestätigt. Im Rahmen einer Begehung hat Schulbau Hamburg festgestellt, dass 99,5 Prozent der rund 12.000 Unterrichtsräume gut gelüftet werden können. Lediglich in 68 Unterrichtsräumen (0,5 Prozent) lassen sich die Fenster nicht ausreichend öffnen. Auf den Unterricht in diesen wenigen Räumen können die Schulen aber verzichten, da ausreichend andere Räume für die rund 9.500 Schulklassen zur Verfügung stehen. Dennoch prüft die Schulbehörde jetzt gemeinsam mit Schulbau Hamburg, wie überall die Belüftungssituation sichergestellt werden kann. Die Räume, die bislang nicht ausreichend gelüftet werden können, liegen in 18 der 2.398 Hamburger Schulgebäuden (0,8%).

Um eventuelle Corona bedingte Lernrückstände aufzuarbeiten, haben drei Viertel aller staatlichen Hamburger Schulen bereits im Sommer Lernferien angeboten. Alle Schulen erarbeiten zurzeit schuleigene Förderkonzepte, um parallel zum Unterricht gezielt Lernrückstände aufzuholen. Im Rahmen dieser schuleigenen Förderkonzepte wollen 108 Schulen auch in den Herbstferien vom 5. bis 16. Oktober freiwillige zusätzliche Lernangebote schaffen, darunter sind rund 80 Schulen, die im Sommer keine Lernferien organisieren konnten und das jetzt nachholen.

Pressemitteilung vom 3.8.2020

Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen

Schulbehörde präzisiert die Vorgaben für die Schulöffnung

Die Hamburger Schulbehörde hat am Montag den bereits angekündigten Hygieneplan für den Schulbetrieb nach den Schulferien an die Schulen verschickt. Darin werden die bereits vor einer Woche erlassenen Vorgaben weiter präzisiert. Der Hygieneplan umfasst neben Regeln zur persönlichen und allgemeinen Hygiene an Schulen sowie zu den Mindestabständen erstmals in Hamburg auch die Pflicht, an den Schulen Masken (so genannte Mund-Nasen-Bedeckungen) zu tragen. Schulsenator Ties Rabe: „Mit unseren Vorgaben geben wir den Schulen klare Regeln für einen sicheren und guten Schul- und Unterrichtsbetrieb. Wir haben uns dazu mit vielen Fachleuten abgestimmt und sorgfältig das Recht auf einen umfassenden Gesundheitsschutz gegenüber dem Recht der Schülerinnen und Schüler auf gute Bildung und eine optimale Förderung ihrer geistigen, sozialen, psychischen Entwicklung abgewogen.“

Der Hygieneplan orientiert sich an Überlegungen und Empfehlungen zahlreicher medizinischer Gesellschaften. Danach müssen Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte in der Schule grundsätzlich Masken tragen. Davon sind Schülerinnen und Schüler der Grundschulen ausgenommen, weil in dieser Altersgruppe die Corona-Krankheit sehr selten vorkommt, einen sehr milden Verlauf nimmt und zudem die Kinder mit den Masken noch nicht fachgerecht umgehen können. Darüber hinaus können auch ältere Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte und weitere Beschäftigten der Schulen an ihren Arbeitsplätzen im Unterricht und in den Büros die Masken während der Arbeitszeit ablegen. In den Fluren, Pausen, auf Wegen durch das Schulgelände und in der Kantine sind Masken hingegen Pflicht.

Lehrkräfte können auch im Unterricht Masken tragen, die Schulbehörde empfiehlt hier transparente Visiere und stellt für die Beschäftigten ein Kontingent von rund 30.000 transparenten Visieren sowie weiteren 30.000 FFP-2-Masken kostenlos zur Verfügung. Für Schülerinnen und Schüler, die ihre Masken vergessen haben, bekommen die Schulen zusätzlich ein Kontingent von insgesamt 50.000 Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB).

Darüber hinaus müssen die Schülerinnen und Schüler sowie die Beschäftigten der Schulen grundsätzlich den Mindestabstand einhalten. Der Schulbetrieb ist deshalb durch eine entsprechende Wegführung und feste Areale auf den Pausenhöfen so zu organisieren, dass sich die Schülerinnen und Schüler möglichst wenig begegnen. Von dieser Abstandspflicht sind Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts in ihrer Schulklasse ausgenommen. Dadurch können sie erstmals wieder in ihrer Klassengemeinschaft lernen und erstmals wieder alle Unterrichtsstunden in der Schule bekommen.

Grundsätzlich sollen Schülerinnen und Schüler vor allem in ihrer Klassengemeinschaft lernen. Sie können aber in besonderen Fällen auch in weiteren Lerngruppen, beispielsweise in Oberstufen- oder Wahlpflichtkursen, mit Schülerinnen und Schülern anderer Klassen zusammen lernen, wenn es sich um Schülerinnen und Schüler aus derselben Klassenstufe handelt. Aufgrund dieser Regelung sind erstmals wieder Wahlpflichtkurse – beispielsweise Spanisch oder Französisch – sowie Oberstufenkurse möglich.

Schülerinnen und Schüler verschiedener Jahrgangsstufen müssen weiterhin untereinander den Mindestabstand einhalten, so dass der Unterricht in jahrgangsübergreifenden Kursen nur eingeschränkt möglich ist. Gleiches gilt für Sport, Schwimmen, Musik und Theater, wo in jedem Fall großen Abstandsregeln einzuhalten und Körperkontakte zu vermeiden sind.

Schülerinnen und Schüler sowie Beschäftigte der Schulen mit besonderen gesundheitlichen Risiken müssen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, wenn ein entsprechendes ärztliches Attest vorliegt. Kranke Schülerinnen und Schüler sowie Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten, die keinen negativen Test vorweisen können und noch nicht in Quarantäne waren, werden umgehend nach Hause geschickt und dürfen die Schule vorerst nicht betreten.

Schülerinnen und Schüler, die aus unterschiedlichen Gründen zu Hause bleiben müssen, bekommen dort ein vollwertiges Lernangebot in allen Schulfächern. Um den Fernunterricht zu verbessern, hat die Schulbehörde in den Sommerferien knapp 39.000 zusätzliche Laptops und Tablets bestellt, die zurzeit an die Schulen ausgeliefert werden. Zusammen mit den bereits vorhandenen 11.000 Geräten stehen damit rund einem Viertel aller Schülerinnen und Schüler mobile Computer zur Verfügung, die die Schule für den häuslichen Gebrauch ausleihen kann. Das ist bundesweit die beste Digital-Ausstattung.

Wenn Schülerinnen und Schüler im Fernunterricht zu Hause trotz dieser Unterstützung keine digitalen Geräte einsetzen können, sollen sie mit ihren Lehrkräften regelmäßig wöchentlich Arbeitsbögen, Arbeitshefte, Bücher und handschriftliche Arbeiten austauschen. Zusätzlich zu den üblichen Kommunikationswegen muss die Schule im Fernunterricht künftig auch wöchentlich Telefongespräche mit den Schülerinnen und Schülern organisieren, um den Lernerfolg zu sichern.

Zu Beginn des Schuljahres wird der Lernstand aller Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 3, 4, 5 und 7 in den Kernfächern getestet. Auf der Grundlage der Testergebnisse entwickeln alle Schulen Förderkonzepte, um Lernrückstände aufzuholen. Die Förderangebote können auch Lernangebote in den Herbstferien umfassen.

Darüber hinaus sollen die Schulen bis zu den Herbstferien in jeder Woche den vollständigen Unterricht nach Stundentafel erteilen. Projektwochen, Ausflüge, auswärtige Besuche sowie weitere Schulaktivitäten sind in dieser Zeit nur zulässig, wenn sie nicht zu Lasten der regulären Unterrichtsstunden gehen. Klassenreisen sind bis zu den Herbstferien untersagt.

Schulsenator Ties Rabe: „Es ist trotz der in Hamburg erfreulichen Entwicklung der Pandemie nicht auszuschließen, dass bei einer dramatischen Veränderung der Lage der Präsenzunterricht wieder eingeschränkt werden muss. Deshalb muss jetzt die wertvolle Schulzeit optimal für den Präsenzunterricht im Sinne des Lernerfolges der Kinder und Jugendlichen genutzt werden. Alle unsere Maßnahmen orientieren sich entsprechend der Empfehlung zahlreicher medizinischer Verbände an der aktuellen Infektionslage in Hamburg. Steigen die Infektionen, werden die Hygiene-Regeln Schritt für Schritt angepasst.“

Pressemitteilung vom 28.7.2020

Schulsenator Rabe: Umfassende Unterrichts- und Ganztagsangebote nach den Sommerferien

Hamburgs Schulen öffnen die Türen, aber Einschränkungen bleiben

Nach den Sommerferien bieten alle Hamburger Schulen wieder umfassende Unterrichts- und Ganztagsangebote. Schulsenator Ties Rabe: „Auf der Grundlage der klaren Beschlüsse der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin und der Kultusministerkonferenz sowie in Abstimmung mit den anderen Bundesländern werden auch in Hamburg die Schulen nach den Sommerferien wieder öffnen. Dabei bleiben wir vorsichtig: Auch weiterhin müssen alle Beteiligten besondere Hygieneregeln einhalten.“

Die bisherigen Abstandsgebote bleiben im Kern bestehen, werden jedoch für Schülerinnen und Schüler derselben Klassenstufe in bestimmten Situationen aufgehoben. Dadurch können sie wieder in ihrer früheren Klassengemeinschaft lernen. Die Schulen sollen den Schulbetrieb so organisieren, dass die Kontakte zwischen Schülerinnen und Schülern reduziert und auf die eigene Klassenstufe beschränkt bleiben.

Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen müssen weiterhin den Mindestabstand einhalten. Das gilt auch für alle Erwachsenen wie zum Beispiel die Lehrkräfte. Eltern und schulfremde Personen müssen beim Betreten der Schule zusätzlich Masken tragen. Lehrerkonferenzen, Elternabende und Einschulungsfeiern sind zulässig, solange der Mindestabstand und auf Seiten der Eltern die Maskenpflicht eingehalten wird.

Durch das eingeschränkte Abstandsgebot für Schülerinnen und Schüler derselben Klassenstufe sind wieder umfassende Unterrichts-, Ganztagsangebote im Klassenverband möglich, mit Einschränkungen sogar in Sport und Schwimmen sowie Musik und Theater. Weil hier die Infektionsgefahr höher ist, gelten allerdings besondere Vorsichtsmaßnahmen. So bleiben Sportarten mit Körperkontakt untersagt, das Singen ist auch in der Klassengemeinschaft nur unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen erlaubt. Jahrgangsübergreifende Chöre oder Orchester sind nur möglich, wenn alle Schülerinnen und Schüler großzügige Abstände einhalten.

Der Unterricht in der normalen, fest zusammengesetzten Schulklasse ist das Kernelement des künftigen Schulbetriebs. Ergänzend dürfen Schülerinnen und Schüler auch in weiteren, anders zusammengesetzten Lerngruppen lernen, beispielsweise in unterschiedlichen Oberstufenkursen. Voraussetzung ist, dass in diesen Lerngruppen ausschließlich Schülerinnen und Schüler desselben Jahrgangs lernen.

Schülerinnen und Schüler sowie schulisches Personal mit besonderen gesundheitlichen Risiken müssen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen, wenn ein entsprechendes ärztliches Attest vorliegt. Kranke Schülerinnen und Schüler sowie Urlaubsrückkehrer aus Risikogebieten, die keinen negativen Test vorweisen können und noch nicht in Quarantäne waren, werden umgehend nach Hause geschickt und dürfen die Schule vorerst nicht betreten.

Lehrkräften sowie allen weiteren Schulbeschäftigten wird die Schulbehörde transparente Visiere sowie FFP-2-Masken als Gesundheitsschutz kostenlos zur Verfügung stellen. Darüber hinaus bietet die Schulbehörde ihnen an, dass sie sich bis zu den Herbstferien auch ohne Symptome und bei Bedarf sogar

mehrfach bei ihrem Hausarzt auf Corona testen lassen können. Die Tests sind für Schulbeschäftigte kostenlos und ohne organisatorischen Aufwand möglich. Grundlage ist eine entsprechende Vereinbarung zwischen der Schulbehörde und der kassenärztlichen Vereinigung.

Schülerinnen und Schüler, die aus unterschiedlichen Gründen zu Hause bleiben müssen, bekommen dort ein vollwertiges Lernangebot in allen Schulfächern. Um den Fernunterricht zu verbessern, hat die Schulbehörde in den Sommerferien knapp 39.000 zusätzliche Laptops und Tablets bestellt, die zurzeit an die Schulen ausgeliefert werden. Zusammen mit den bereits vorhandenen 11.000 Geräten stehen damit rund einem Viertel aller Schülerinnen und Schüler mobile Computer zur Verfügung, die die Schule für den häuslichen Gebrauch ausleihen kann. Das ist bundesweit die beste Digital-Ausstattung.

Wenn Schülerinnen und Schüler im Fernunterricht zu Hause trotz dieser Unterstützung keine digitalen Geräte einsetzen können, sollen sie mit ihren Lehrkräften regelmäßig wöchentlich Arbeitsbögen, Arbeitshefte, Bücher und handschriftliche Arbeiten austauschen. Zusätzlich zu den üblichen Kommunikationswegen muss die Schule im Fernunterricht künftig auch wöchentliche, regelmäßige Telefongespräche mit den Schülerinnen und Schülern organisieren, um den Lernerfolg zu sichern.

Nach wie vor müssen an allen Schulen Hygieneregeln wie zum Beispiel die Husten- und Niesetikette, das regelmäßige Händewaschen und besondere Sauberkeitsregeln eingehalten werden. Ergänzend zu den üblichen Reinigungsintervallen wird künftig jeder Schule eine ständig verfügbare Reinigungskraft für Adhoc-Maßnahmen zugewiesen.

Zu Beginn des Schuljahres wird der Lernstand aller Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 3, 4, 5 und 7 in den Kernfächern getestet. Auf der Grundlage der Testergebnisse entwickeln alle Schulen Förderkonzepte, um Lernrückstände aufzuholen. Die Förderangebote können auch Lernangebote in den Herbstferien umfassen.

Darüber hinaus sollen die Schulen bis zu den Herbstferien ausnahmslos in jeder Woche den vollständigen Unterricht nach Stundentafel erteilen. Projektwochen, Ausflüge, Theater- und Musikprojekte sowie weitere Schulaktivitäten sind in dieser Zeit nur zulässig, wenn sie nicht zu Lasten der regulären Unterrichtsstunden gehen. Klassenreisen sind bis zu den Herbstferien untersagt.

Schulsenator Ties Rabe: „Es ist trotz der in Hamburg erfreulichen Entwicklung der Pandemie nicht auszuschließen, dass bei einer dramatischen Veränderung der Lage der Präsenzunterricht wieder eingeschränkt werden muss. Deshalb muss jetzt die wertvolle Schulzeit optimal für den Präsenzunterricht im Sinne des Lernerfolges der Kinder und Jugendlichen genutzt werden.“

Pressemitteilung vom 22.6.2020

Online-Umfrage: Fernunterricht ist „anstrengend“

Schüler bewerten jetzige Schulsituation positiver als Erwachsene – Eltern von Grundschülern am stärksten belastet

Um zu erfahren, wie Hamburgs Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern sowie Schülerinnen und Schüler die derzeitige Schulsituation bewerten, hat die Schulbehörde vor drei Wochen eine Online-Befragung gestartet. An der Online-Befragung, die vom Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ) in Zusammenarbeit mit der Hamburger Elternkammer entwickelt wurde, haben sich innerhalb von acht Tagen insgesamt 20.423 der rund 650.000 Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Pädagogen beteiligt, darunter 13.886 Eltern, 3.201 Pädagogen sowie 3.336 Schüler ab 14 Jahren. Die Befragung zeigt: Alle Gruppen empfinden die Zeit von den Märzferien bis heute überwiegend als „anstrengend“. Kinder und Jugendliche bewerten die Situation allerdings etwas positiver, umgekehrt fühlen sich Eltern von Grundschülern und Lehrkräfte am stärksten belastet. Insgesamt geben die Schülerinnen und Schüler dem derzeitigen Unterrichtsangebot die Schulnote 3,3, die Pädagoginnen und Pädagogen bewerten es mit 3,6 und die Eltern mit Note 3,9. 

Bildungssenator Ties Rabe: „Wie zu erwarten, ist die Zufriedenheit der Eltern mit dem Fernunterricht nach so langer Zeit zurückgegangen. Das zeigt, dass der Anfangselan der Eltern mit der Zeit deutlich nachgelassen hat. Trotzdem schätzen die Beteiligten die Digitalisierung insgesamt positiv ein. Rund 95 Prozent der Schülerinnen und Schüler über 14 Jahre geben an, ein Smartphone zu besitzen und haben Lust, Smartphone, Laptops und Tablets zum Lernen zu nutzen. Wie zu erwarten bewerten gerade Eltern von jüngeren Kindern die Möglichkeiten des Fernunterrichts besonders skeptisch, während umgekehrt ältere Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien den Fernunterricht positiver bewerten. Von allen Gruppen wünschen sich die Lehrkräfte am stärksten den Präsenzunterricht zurück, die Schülerinnen und Schüler sind hier etwas zurückhaltender. Dennoch bin ich zusammen mit der großen Mehrheit aller Gruppen froh, dass die Schule nach den Sommerferien wieder öffnet.“

Marc Keynejad, Vorsitzender der Elternkammer: „Diese zweite Umfrage hat ergeben, dass die Zufriedenheit der Eltern mit dem Fernunterricht um 30 Prozent zurückgegangen ist. Die verständliche Freude über die in Aussicht gestellte Rückkehr zum Präsenzunterricht darf jedoch nicht dazu verführen, zur Schule wie vor der Krise zurückzukehren. Vielmehr müssen Lehren aus den vergangenen 13 Wochen gezogen und in neue Unterrichtskonzepte umgewandelt werden. Die regelmäßigste Tätigkeit im Fernunterricht besteht noch immer aus der Bearbeitung von Arbeitsblättern. Nicht zuletzt, um die – durch die Fernbeschulung entstandenen – Lücken zu schließen, kommt dieser Forderung eine besondere Bedeutung zu. Kinder, die durch die Krise benachteiligt wurden müssen jetzt wieder aufgefangen werden. Zwei Wochen Ferienschule werden das alleine nicht leisten können.“

Die Fragebögen umfassten jeweils rund 30 Einzelfragen für Eltern und Kinder sowie 60 Fragen für Pädagogen. Ziel der Befragung war es, Einblick in die aktuelle Schulsituation zu ermöglichen und Wege zur Verbesserung des Fern- und Präsenzunterrichts aufzuzeigen. Gefragt wurde beispielsweise danach, wie es den Beteiligten mit dem Präsenz- und Fernunterricht geht, welche digitalen Mittel im Fernunterricht genutzt werden und welche Erfahrungen im veränderten Präsenzunterricht gemacht wurden.

Alle Akteursgruppen beschreiben die vergangenen drei Monate überwiegend als „anstrengend“. Schülerinnen und Schüler scheinen der aktuellen Situation aber auch etwas abgewinnen zu können und bewerten diese entsprechend positiver als die Erwachsenen. Insbesondere die Schüler an Gymnasien geben an, dass sie sich freuen, gerade dann lernen zu können, wann sie es möchten. Diese Wahrnehmung teilen auch die Eltern von Gymnasiasten. Gleichwohl freuen sich nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrkräfte, darüber, dass die Schule wieder offen ist.

An der rund einwöchigen Befragung haben insgesamt 20.423 Personen teilgenommen. Darunter 13.886 Eltern, 3.201 Pädagoginnen und Pädagogen sowie 3.336 Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren. Bei den Eltern beteiligten sich überproportional viele Eltern von Grundschülern, bei den Kindern und Jugendlichen sind insbesondere Schülerinnen und Schüler von Gymnasien vertreten.

Den Lernfortschritt im Fernunterricht beurteilen die Pädagoginnen und Pädagoginnen überwiegend ähnlich zum Präsenzunterricht. Jedoch sorgen sich insbesondere die Pädagoginnen und Pädagogen an Stadtteilschulen um den Lernfortschritt ihrer Schülerinnen und Schüler. Insgesamt gibt über die Hälfte der Pädagoginnen und Pädagogen über alle Schulformen hinweg an, sich um den Lernfortschritt ihrer Schülerinnen und Schüler Sorgen zu machen, den sie als abhängig vom elterlichen Engagement wahrnehmen. Unter den befragten Eltern besteht tendenziell dieselbe Sorge.

Eltern von Grundschulkindern fühlen sich am stärksten belastet. Mit zwei Dritteln geben am häufigsten Eltern und Erziehungsberechtigte von Kindern in der Grundschule an, dass sie die derzeitige Situation als belastend empfinden. Sie geben besonders häufig an, dass sie ihr Kind mehr als normalerweise unterstützen müssten und es aufgrund der Fernbeschulung vermehrt zu Konflikten zwischen ihnen und ihrem Kind komme. Tendenziell besser bewerten die Eltern von Schülerinnen und Schülern an weiterführenden Schulen, insbesondere an Gymnasien die Situation im Fernunterricht.

Die technischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Fernunterricht sind nach Auskunft der Beteiligten überwiegend gegeben. Nach Einschätzungen der Pädagoginnen und Pädagogen haben im Mittel nur vier Prozent ihrer Schülerinnen und Schüler keinen Internetzugang. Im Vergleich geben die Pädagoginnen und Pädagogen von Stadtteilschulen am häufigsten an, dass die Schülerinnen und Schüler nicht die technischen Voraussetzungen haben, um regelmäßig am digital unterstützten Fernunterricht teilzunehmen.

Die Pädagoginnen und Pädagogen thematisieren in offenen Antwortfeldern über alle Schulformen hinweg das Bedürfnis nach verbesserter Hard- und Softwareausstattung für ihre Schülerinnen und Schüler – und für sich selbst. Fast alle der befragten Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren besitzen mindestens ein eigenes Smartphone, sodass zumindest die Kommunikation im Fernunterricht sichergestellt ist. Ihr Smartphone nutzen die Schülerinnen und Schüler auch zum Austausch mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern. Die Pädagoginnen und Pädagogen wünschen sich zur Erleichterung der Kommunikation innerhalb des Kollegiums vor allem ein digitales Lernmanagementsystem.

Unklarheiten bestehen nach Angabe der Schülerinnen und Schüler sowie der Pädagoginnen und Pädagogen insbesondere hinsichtlich der Bewertung von Lernleistungen im Fernunterricht. Diesbezüglich berichten auch die Pädagogen von Unsicherheiten und wünschen sich eine entsprechende Handreichung. Erstaunlich sind die unterschiedlichen Einschätzungen der verschiedenen Gruppen zu denselben Fragestellungen. 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler geben an, nicht zu wissen, wie ihre Lehrerinnen und Lehrer sie beurteilen, obwohl die Lehrkräfte ihrerseits zurückmelden, darüber mit ihren Schülerinnen und Schülern regelmäßig zu sprechen. Die Einschätzung von Lehrkräften und Schülern bezüglich der Regelmäßigkeit der Leistungsrückmeldung divergieren stark. Knapp die Hälfte der Schüler geben an, kein regelmäßiges Feedback zu bekommen, jedoch geben knapp 80 Prozent der Pädagogen an, dies zu tun.

Dennoch berichten die Pädagoginnen und Pädagogen ebenso, dass sie auch im Fernunterricht Maßnahmen zur individuellen Förderung durchführen. Eltern sind jedoch mehrheitlich der Überzeugung, dass ihre Kinder nicht entsprechend Ihre individuellen Stärken und Schwächen gefördert werden. Zudem werden Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf – laut Einschätzung der Eltern – in der aktuellen Situation schlechter als vor den Märzferien unterstützt.

Alles in allem deutet die Online-Befragung von Eltern, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Schülerinnen und Schülern darauf hin, dass die aktuelle Situation als belastend empfunden wird. Deutlich wird, dass die Schülerinnen und Schüler in hohem Maße affin für Digitales sind. Die Lehrkräfte äußern den Wunsch nach einer noch besseren digitalen Ausstattung. Wird diese grundsätzliche Offenheit für digitales Lernen genutzt, könnte in der Folge auch ein Beitrag zur Entlastung der Familien geleistet werden. Diese Entlastung dient nicht nur den Eltern, sondern kommt letztlich auch den Schülerinnen und Schülern zugute, um deren Wohlergehen sich die Pädagoginnen und Pädagogen sorgen.

Vollständiger Bericht: https://www.hamburg.de/bsb/ifbq/bliz

Vorlesewettbewerb 2020

Endlich war es wieder so weit, der alljährliche Vorlesewettbewerb ging in die finale Runde. Jede Klasse der Jahrgänge 3 und 4 hatte zuvor eine Klassensiegerin oder einen Klassensieger ermittelt und diese traten innerhalb ihres Jahrgangs gegen die Siegerkinder ihrer Parallelklassen an.

Es war so aufregend! Zur Feier des Tages stimmte unser Schulchor auf die Siegerehrung ein, bis es endlich soweit war und die Siegerkinder der Jahrgänge vorgelesen wurden. Alle Kinder haben toll gelesen, danke! Den Vorlesewettbewerb 2020 gewonnen haben (und zwar beide bereits zum zweiten Mal!!):

Jahrgang 3:     Emma-Luise Koenders – 3b
Jahrgang 4:     Jonna Padberg – 4e

Das habt ihr großartig gemacht! Als Gewinn durften sich alle Kinder der Endrunde über ein tolles Buch freuen. Herzlichen Glückwunsch von der ganzen Schulgemeinschaft!